(geschrieben von Frank Loch)

Irland, die grüne Insel, ein Idyll im Atlantik, Ruhe, frische Luft und gastfreundliche Menschen. So kennen wir Irland und so ist es auch. Aber wer mit Greyhounds aus dem Tierschutz zusammen lebt, der kennt auch die andere, die dunkle Seite: Hunderennen – viel Geld – Verlierer – Tötungsstationen und Dog-Pounds. Ein EU-Land mit keinem Tierschutzgesetz, wo jeder, der seinen Vierbeiner nicht mehr will, im Dog-Pound abgeben kann, denn immer freitags kommt der Tierarzt mit der Todesspritze.
So machten wir (Horst, Markus und Frank) uns auf, um uns selbst ein Bild von dieser Insel zu machen – und es wurde eine Reise zwischen “Lachen” und “Weinen” …
Zuerst ging es mit dem Flieger nach Dublin. Beeindruckend, wie nett diese Iren wirklich sind – hier wird Service und Freundlichkeit noch großgeschrieben. Nach einem kleinen Stadtbummel schauten wir uns das Finalrennen der diesjährigen Rennsaison im Shelborne-Park-Stadium an. Der Sieger dieses Rennen bringt 125.000,00 €!!! Die Atmosphäre in diesem Stadion war für mich ein Schock: es wurde gelacht, Musik gemacht, getrunken und gegessen – eine Art Volksfest… und in den Gesichtern der Menschen sah ich Gewinnsucht, Gier und Egoismus, da nur der Sieger eine Rolle in diesen Köpfen spielt – und keiner über die Hunde nachdenkt, die sich verletzen, verlieren und deren Ende gekommen ist.
Ich hatte eine schlaflose Nacht, nicht nur wegen meines Zimmernachbarn, der schnarchte wie ein Murmeltier mit schwerstem Asthma, nein weil mir der Gedanke nicht aus dem Kopf gehen wollte, wie die Grey`s behandelt werden, die auf der Verliererseite stehen.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Avalon – eine Auffangstation für Greyhounds, Pferde, Ziegen usw. von Pro-Animale. Die hier landen haben es geschafft. Tolle gepflegte Anlage, wo nicht nur Futter und Körbchen zur Verfügung stehen, sondern wo auch Liebe gegeben wird. Vielen Dank an Noreen für die Zeit die Du Dir für uns genommen hast.
Weiter ging es nach Lisconner zu einem tollen Hotel an der Lisconner-Bay. Von hier aus waren es nur ein paar Minuten zu den Cliffs of Moher. irl_08Überwältigende Natur, traumhafte Bilder – einfach wundervoll!!! Am Tag darauf bei einem schönen Sonnenaufgang über dem Meer fuhren wir weiter nach Limerick, wo wir unsere irische Tierschützerin treffen wo llten. Nach dem Einzug ins Hotel direkt am Shannon-River zogen wir los und hatten schnell unseren Lieblingspub gefunden. Wieder mal bei Fish and Chips und Guiness verbrachten wir einen tollen Abend bei irischer Livemusik …
Heute sollte ein trauriger Tag beginnen. Wir trafen uns mit unserer Tierschützerin und fuhren zum Dog-Pound…. Schon draußen hörten wir das Heulen der Hunde und mir zog sich der Magen zusammen ….Eigentlich roch es ganz gut, aber man spürte die Angst der Hunde, die dort in den Zwingern saßen, auf einem kaltem Betonboden, mit einem verzinktem Wassereimer in der Ecke. Ich fragte mich: “Wo sind die Decken, die Podeste aus Holz oder Hütten?” – es gab nichts dergleichen! Schließlich waren es Todeszellen, in denen z.B. der ca. einjährige Colli-Rüde, die Jack-Russel-Hündin mit Welpen, der Jack-Russel-Rüde mit seinen schiefen Beinen, die elfjährige Greyhound-Hündin und die Pekinesen-Mix-Hündin mit fünf ca. einwöchigen Welpen saßen. Später erfuhr ich, dass ab Mittwoch nicht mehr gefüttert wird, da sowieso am Freitag getötet wird.
Es war also selbstverständlich, dass wir alle mitnahmen – und es war mir egal, ob ich den verflohten, dreckigen, stinkenden Colli auf meinem Schoß hatte, denn er spürte, dass nun sein zweites Leben beginnt und genoss die Autofahrt voller Freude. Wir tauften in “SMOKEY” – und er hat mittlerweile ein liebevolles Zuhause in Irland gefunden. In diesen Momenten weiß man, warum es sich lohnt Tierschutz zu machen … die Freude in den Augen dieses Collis werde ich nie vergessen!
Unsere Fahrt führte weiter zu einer kleinen Farm. Hier nimmt ein Freund unserer Tierschützerin unsere Hunde auf und pflegt sie liebevoll bis sie gechipt, kastriert und für die Reise nach Deutschland fertiggemacht sind. Er würde sein letztes Hemd für seine Pfleglinge geben…
“Danke” und viel Respekt an Euch für die tolle Arbeit, die Ihr in Irland macht. Ihr seid einfach nur Klasse.
Um die Erlebnisse dieses Tages zu verdauen, mussten wir abends in der Bar erstmal ein paar irische Whiskeys trinken. Waren zwar sauteuer, aber lecker!
Nun ging es nach einem Full-Irish-Breakfast quer durchs Land – vorbei an kleinen Bächen, schönen Natursteinbrücken, einem kurzen Stopp in Tullamore zurück zum Flughafen in Dublin.
Die Reise ist vorbei – aber die Bilder in meinem (unseren) Herzen bleiben. Wir wissen auch, dass wir nicht alle Verlierer retten können, aber wie schon der Leitspruch von Greyhound, Streuner und Co. sagt: für jeden Einzelnen ist es von Bedeutung.
Deshalb behalten wir nach dieser Reise auch unsere Viva, denn ich habe die TODESZELLE gesehen, in der sie war. Zu diesem Zeitpunkt war sie erst 1,5 Jahre alt. Im August wurde sie zwei Jahre und sie liebt ihr Leben – deshalb gaben wir ihr den Namen “VIVA”.

HELFT UNS NOCH VIELEN ANDEREN EIN NEUES LEBEN ZU SCHENKEN!!!!

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